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| Tag 13 von lucillaminor |
Schenke groß oder klein,
Aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten
Die Gaben wiegen,
Sei dein Gewissen rein.
Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei
Was in dir wohnt
An Meinung, Geschmack und Humor,
So dass die eigene Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
Dass dein Geschenk
Du selber bist.
(Joachim Ringelnatz)
13. Dezember - Höchste Zeit, die Geschenke zu besorgen!
Und jedes Jahr gibt es da Leute, bei denen man einfach keine gute Idee hat. Die haben irgendwie schon alles. Oder brauchen nix.
Für solche Fälle gibt es eine Lösung, eine original Bücherwurm-für-Leute-die-schon-alles-haben-Geschenkidee. Und zwar ein
Lesekissen.
Das ist eines dieser Dinge, die die Welt eigentlich nicht braucht, die
sie aber ein bisschen schöner und in diesem Fall vor allem bequemer
machen. Keine müden Arme mehr beim Schmökern im Bett, keine Eselsohren
mehr in den Lieblingen, weil man auf dem Sofa irgendwie eine Stütze fürs
Buch gebraucht hat ...
Und dann auch noch selbstgemacht!
Ihr braucht:

ca 50 cm Popeline oder anderen glatten Stoff
Klettverschluss zum Annähen, ca. 30 cm.
Gummiband, 1-2 cm breit, ca 50 cm
Satinband, ca 30 cm
Styroporkügelchen o.ä., Sitzsack- oder Stillkissenfüllung, ca. 3 Liter
dünne Pappe (z.B. die Rückseite eines Blocks)
Als erstes müsst ihr euch das Schnittmuster für die Basis, das Kissen, erstellen:

Dazu zeichnet ihr auf ein weißes Blatt Papier eine Linie (hier die
grüne), die etwa 7 cm länger sein sollte als das Buchformat, das ihr am
liebsten lest. Ein guter Anhaltspunkt sind 30 cm.
In der Mitte dieser Linie zieht ihr nun im rechten Winkel eine Linie (hier die rote), die halb so lang ist wie die grüne.
Und nun die Eckpunkte der Linien so verbinden, dass eine mandelartige Form entsteht.
Schneidet die Form aus dem Papier aus und dann vier Mal aus eurem Stoff (mit Nahtzugabe!)
Nun kommt das Schnittmuster für die Buchhülle, die nachher am Kissen befestigt wird:

Messt das dickste Buch aus eurer Sammlung aus, und zwar den gesamten
Umschlag, inklusive Rücken. In meinem Fall ergibt das 37 cm in der Länge
und 22 cm in der Breite.
Daraus ergibt sich die Größe des Stoffstreifens, den ihr für die Buchhülle braucht:
(Länge plus 2 cm) mal 2 ist die Länge des Streifens
(Breite plus 2 cm) ist die Breite des Streifens.
In meinem Fall also 78 cm lang und 24 cm breit.
Nun könnt ihr das Befestigungsmaterial anpassen:
Der Flausch des Klettverschlusses muss so lang sein wie die grüne Linie auf eurem Ellipsen-Schnittmuster.
Der Haken des Klettverschlusses muss so lang sein, wie eure Stoffstreifen breit ist.
Das Gummiband muss in zwei Stücke geschnitten werden, jedes etwas länger, als der Stoffstreifen breit ist.
Das Satinband sollte 5-10 cm länger sein, als der Stoffstreifen breit ist.
So sollte eure Materialsammlung nun aussehen:
Ein Stoffstreifen, 78*24 cm.
Vier Stoffellipsen, 30 cm hoch, 15 cm breit
Klettverschluss: Flausch 30 cm, Haken 24 cm
Zwei Gummibänder, je 28 cm
Satinband, 30 cm.
Jetzt geht es ans Nähen. Wir beginnen mit der Buchhülle:

Zuerst legt ihr den Stoffstreifen hälftig aufeinander und bügelt den
Kniff. Auf diese Linie auf die rechte Stoffseite den Haken vom
Klettverschluss aufnähen; am oberen Rand des Stoffstreifens das
Satinband so mitfassen, dass es vom Stoff wegläuft.
Anschließend legt ihr den Stoffstreifen ausgebreitet mit der rechten
Stoffseite nach oben hin. Jetzt legt ihr die beiden Ränder zur Mitte
hin, sodass sie sich über dem Klettverschluss treffen. Die Ränder ca. 1
cm zurückklappen.

Die Gummibänder auf beiden Seiten jeweils ca. 5 cm vom Falz entfernt
zwischen die Stofflagen legen (wie ihr an der Naht seht, ist mir das
hier zu spät eingefallen ...). Dabei darauf achten, dass sich nichts
verdreht!
Jetzt an beiden langen Seiten absteppen. Dabei werden die Gummibänder
mitgefasst. Vorsicht: Nicht das Satinband irgendwo mitfassen!
Die Ecken abschrägen, die Buchhülle wenden. Die Ecken gut ausformen und
bügeln. Die Gummibänder liegen auf der Innenseite, also da, wo die
offenen Ränder sind:

Jetzt kommt die Pappe zum Einsatz. Sie dient dazu, die Buchhülle zu
verstärken. Ich nehme gern die Rückseite eines Schreibblocks. Man könnte
aber sicher auch Schabracken-Einlage oder Ähnliches nehmen.
Schneidet die Pappe in zwei Stücke, die etwas schmaler sind als die
Buchhüllen-Breite und gut 3 cm kürzer als die halbe Buchhüllen-Länge.
Nun schiebt ihr die Pappestücke links und rechts in die Hülle:

Um ein Herausrutschen der Pappe zu verhindert, wird nun, wenn die Pappe
ganz drin ist, noch einmal neben der Pappe abgesteppt. Ich steppe dabei
auch die Kanten oben und unten am Buchhüllen-Rücken ab, damit es von
außen sauberer aussieht.
In der Vergrößerung sieht man die schwarze Naht.

Jetzt ist die Hülle fertig, und man kann schon mal das Buch
hineinstecken, indem man die Buchdeckel unter die Gummibänder schiebt.
Das Satinband kann als Lesezeichen benutzt werden.
Und nun zum Stützkissen:
Zuerst näht ihr den Klettverschluss-Flausch auf eine der Stoff-Ellipsen:
Jetzt immer zwei Stoff-Ellipsen rechts auf rechts legen und an einer
Kante zusammennähen. Dabei darauf achten, dass die Nähte in der Mitte
der Ellipsen beginnen!

Jetzt sind es zwei Teile.
Diese werden jeweils zur Hälfte aufgeklappt ...

... und dann ebenfalls rechts auf rechts aufeinander gelegt und an der
einlagigen Seite ebenfalls zusammengenäht. Hier darauf achten, dass die
Anfänge der Nähte genau zusammentreffen:

Jetzt ist es schon fast ein Ball:

Die beiden letzten offenen Kanten aufeinander legen und zusammensteppen.
Dabei in der Mitte der Rundung eine Wende- und Füllöffnung lassen:

Die Kissenhülle wenden.
Jetzt geht es ans Füllen. Da ich das mit den Styroporkügelchen extrem
fummelig finde, behelfe ich mir gerne mit einem selbstgebastelten
Trichter. Dazu steckt man einen Gefrierbeutel durch eine leere
Klorolle...

... schneidet den Beutel unten auf, schlägt ihn um und befestigt ihn mit Klebeband an der Klorolle:

Diese Konstruktion kann man nun durch die Füllöffnung stecken und in den
Beutel fröhlich Kügelchen schütten. Man muss ein bisschen schütteln und
eventuell mit einem Stift oder ähnlichem nachhelfen, aber so kommen die
Kügelchen nahezu unfallfrei in die Hülle.

Vorsicht: Man darf die Hülle nicht zu prall füllen. Sie muss noch
"knautschbar" sind, damit man das Kissen als Stütze auch anpassen kann.
Wenn es sich gut anfüllt (etwa ein Drittel sollte noch Luft sein), die
Wendeöffnung mit einem Matratzenstich schließen.

Jetzt ist das Kissen fertig, man sieht, dass es noch gut in Form geknautscht werden kann.
Jetzt einfach die Buchhülle per Klett an das Kissen andocken ...

... Buch an der letzten gelesenen Stelle aufklappen, Kissen zurechtknautschen - und LESEN!
Viel Spaß beim Nachnähen - und natürlich beim Lesen!